Sportlich

Ich fahre heute endlich wieder einmal nach Weisskirchen um Mahmoud zu besuchen. Eigentlich wollte mich Kami begleiten. Mahmoud vermisse ihn schon, deshalb wollte ich ein treffen organisieren. Leider musste Kami kurzfristig für jemanden übersetzen und nach Ried fahren.

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Als ich ankomme und in Richtung Haus gehe schreit Mahmoud schon vom Fenster herunter: „You are late“ und lacht. „I know, I’m sorry“ antworte ich ihm. Aber als Entschuldigung habe ich einige Snacks und Kekse dabei. Wir gehen in sein Zimmer. Sein Kollege, Oman??, schläft im Stockbett. Wir versuchen leise zu sein um ihn nicht zu wecken. Es gelingt uns nicht, wir scherzen und lachen laut. Nach einer Weile wacht er auf, er ist verträumt, begrüßt mich dann aber freundlich mit „Hallo, wie gehts?“ und einem lächeln. Es kommen noch zwei Leute dazu, einer aus Bangladesh. Er spricht schon besser Deutsch als die meisten hier. Wir unterhalten uns über ihn und mich.

Nach einer Weile ruft jemand ins Zimmer: „go?“. „Fnf Mntn“ antwortet Oman und zeigt fünf Finger in die Luft. Er dreht sich noch eine Zigarette. Ich frage was sie denn machen. Er reicht mir einer seiner Zigaretten über den Tisch und sagt: „Wir gehen Fußball“. Ich frage ihn ob ich sie begleiten darf. „Ja“, antwortet Oman, und sagt noch etwas auf arabisch. Mahmoud übersetzt für mich: „Nur wenn ich beim Spielen nicht über ihn lache“. Wir trinken unseren Cafe fertig, rauchen die Zigarette dazu. Dann machen wir uns auf den Weg zum Fußballplatz. Der Junge der uns abholte hat kommt aus Tibet. Er hat sogar ein Trikot mit der Aufschrift „Tibet“. Wir spielen eine Zeit lang Fußball. Der Cafe davor war keine gute Idee, zu viel Zucker. Trotzdem macht es Spass. Leute aus den verschiedensten Nationen spielen gemeinsam ein Match. Verständigt wird sich irgendwie, so gut es halt geht. Aber die Kommunikation funktioniert.